Transnationale Strategie zur Nutzung von Straßenablaufwasser (Rural_Roadwater_Rescue)

Das Projekt Rural_Roadwater_Rescue hat einen Leitfaden zur Schaffung von regulatorischen Rahmenbedingungen, praktikablen Lösungen und Beteiligung der Gemeinschaft entwickelt.

mit Wasser überflutete Straßen

überflutete Straßen, RRR-Projekt

Straßen und Autobahnen durchqueren das Nord-West-Europäische (NWE)-Gebiet in großem Umfang. Sie leiten das bei Regenfällen abfließende Wasser in der Regel direkt in Kanäle/Flüsse ab, während lokale Akteure dieses überschüssige Wasser dringend benötigen würden. Rural_Roadwater_Rescue (RRR) zeigt eine umsetzbare Strategie zur Einsparung, Aufbereitung (Reinigung) und lokalen Verteilung von Wasser durch die Umgestaltung bestehender Straßen/Autobahnen auf.

Der Klimawandel führt zu einem Ungleichgewicht zwischen dem Wasserabfluss durch Flüsse und Niederschläge und dem dringenden Bedarf der verschiedenen Nutzer. In kurzen Zeiträumen sorgen extreme Wetterereignisse für einen Wasserüberschuss, während in immer längeren Trockenperioden Wasserknappheit herrscht. Die bestehenden Speichersysteme sind dafür nicht ausreichend.

Die Strategie des Projekts RRR umfasste eine integrierte, sektorübergreifende Methodik, an der mehrere Akteure beteiligt waren.  

In dem Projekt wurde erarbeitet, wie Straßen und Autobahnen von mono- zu multifunktional verändert werden können: Sie können technisch in temporäre Wasserreservoirs für Abflusswasser (neben/unter der Straße) umgewandelt werden, während sie gleichzeitig den gesetzlichen Vorschriften für Infrastruktur und Wasserqualität in den jeweiligen Regionen entsprechen. In einem nächsten Schritt wurde aufgezeigt, wie die Wasserverteilung in Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren (Landwirte, Haushalte, öffentliche Dienste/Einrichtungen, Industrie usw.) gestaltet und in Abhängigkeit von den unterschiedlichen lokalen Bedarfsprofilen der Zielgruppen in den verschiedenen Gebieten, die sie durchqueren, in die lokalen Raumplanungsverfahren integriert werden kann.

Aufgabe des TZW im Projekt RRR war es vor allem, deutsche Institutionen, wie Behörden, Agenturen, Ministerien und KMU im Wassersektor in die Diskussionen im Rahmen des Projektes einzubeziehen. Die assoziierten Partner REK, Autobahn und MUST wurden in Diskussionen und Workshops einbezogen, was die erforderliche Informationssammlung zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für bestimmte Wassernutzungen in Deutschland ermöglichte. Mit der Expertise des TZW zur deutschen und EU-Gesetzgebung für Trinkwasser und Wasserwiederverwendung, zur Wasserqualität und Wasseraufbereitung sowie über die rechtlichen Hintergründe konnte gemeinsam mit den deutschen assoziierten Partnern die Auswahl von zukünftigen Anwendungsfällen in Deutschland getroffen werden.

Die RRR-Partner haben somit einen strategischen Leitfaden entwickeln können, der den rechtlichen Rahmen, praktikable Lösungen, die Einbeziehung der Gemeinden und einen Aktionsplan für die Umsetzung umfasst. Das Projekt hat ein langfristiges, transnationales, sektorübergreifendes, multidisziplinäres Kooperationsnetzwerk aufgebaut. RRR dient damit als wichtige Basis und Startpunkt für eine breitere Einführung von umfangreichen Investitionen, replizierbaren Transformationsinitiativen und Pilotstrategien für die Nutzung von Straßenablaufwässern in der Zukunft.

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