Bestimmungsgemäßer Betrieb kaltgehender Trinkwasserinstallationen

Prozessmodell zur Vermehrung von Legionellen

In der gesamten Verteilungskette des Trinkwassers liegen für die Trinkwasserinstallation die ungünstigsten Randbedingungen vor. Eine Konkretisierung des bestimmungsgemäßen Betriebs einer Trinkwasserinstallation im Hinblick auf die Mikrobiologie wird in den Regelwerken nicht vorgenommen. Ziel des Projektes war die Entwicklung eines Prozessmodells zum Wachstum von Legionellen in kaltgehenden Trinkwasserinstallationen und hierüber die Definition der Anforderungen an einen bestimmungsgemäßen Betrieb.

Im DVGW-Forschungsprojekt „Legionellen im Kaltwasser“ wurden umfangreiche Untersuchungen unter Laborbedingungen, mit Trinkwasser-Modellinstallationen sowie in Gebäuden durchgeführt. Daraus haben sich neue Prozessvorstellungen zur Vermehrung von Legionellen im Trinkwassersystem ergeben. Es zeigte sich, dass die Legionellenkonzentration in einem System maßgeblich durch die Faktoren Temperatur, Biofilmbeschaffenheit, Durchflussprofil und Nährstoffgehalt der verwendeten Materialien bestimmt wird. Eine Vermehrung von Legionellen findet ausschließlich in Amöben bei einer Temperatur von > 25 °C statt. Bei Temperaturen von > 25 °C ist die Geschwindigkeit der Vermehrung von Legionellen und auch das Maximum von den Systembedingungen abhängig. Von besonderer Relevanz ist die Biofilmbeschaffenheit, da diese durch das Nährstoffangebot die Vermehrungsgeschwindigkeit der Amöben beeinflusst. So können Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die technischen Regelwerke abgeleitet werden.

Für die Praxis sind die Ergebnisse wertvoll, um so zielgerichtet Maßnahmen gegen eine Vermehrung von Legionellen in der Trinkwasser-Installation zu ergreifen.

Veröffentlichung:

Korth, A.; Petzoldt, H.: DVGW-Forschungsvorhaben untersucht Vermehrung von Legionellen im Kaltwasser. DVGW energie/wasser-praxis 05/2020, 34-40 (2020)

Schriftenreihe Band 89: Vermehrung von Legionellen im Kaltwasser 
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