Wassertest zur Abnahme von Epoxidharz-Beschichtungen in beschichteten Stahlbehältern in Wasserwerken

Mit dem Wassertest detektierte Fehlstellen: Pore in einem verdeckten Hohlraum (a), Schweißnaht (b), Schraubverbindung an einem Flanschübergang (c)

Ziel des Projektes ist es, ein neues Verfahren zur Überprüfung von Epoxidharz-Beschichtungen in Stahlbehältern auf Poren zu untersuchen. Das Verfahren soll wissenschaftlich etabliert und in das DVGW Arbeitsblatt W 628 „Innenbeschichtung und Auskleidung von Stahlbehältern in Wasserwerken“ als weitere Untersuchungsmethode aufgenommen werden.

In dem DVGW-geförderten Forschungsvorhaben wurde vom TZW die Anwendbarkeit einer alternativen/ergänzenden Prüfmethode zur Abnahme von Epoxidharz-Beschichtungen in beschichteten Stahlbehältern im Wasserwerk mittels Labor- und Feldversuchen untersucht. Hierbei werden Fehlstellen durch Rostfahnen angezeigt, die sich ausbilden, sobald der Behälter mit Wasser befüllt und so über mehrere Tage belassen wird. Ziel des Forschungsvorhabens war es, den Wassertest dahingehend zu entwickeln, dass ein einfaches, schnelles, sicheres und kostengünstiges Prüfverfahren zur Verfügung steht, mit dem sicher Poren, Spalten und Verarbeitungsfehler in der Oberflächenbeschichtung von Stahlbehältern unmittelbar nach der Bauausführung aufgezeigt werden können. Hierbei galt es, insbesondere die Leistungsfähigkeit des Wassertests unter Einbeziehung der Einsatzbedingungen sowie Einsatzgrenzen zu untersuchen. Hierzu wurden entsprechende Labor- und Feldversuche durchgeführt. Es zeigte sich, dass zur Prüfung der fertigen Beschichtung es ausreicht, den Behälter mit dem örtlich anstehenden Wasser als Prüfwasser zu befüllen und unter Betriebsdruck für 7 Tage stehen zu lassen. Diese Zeit ist ausreichend, damit sich an den Fehlstellen deutlich sichtbare Rostfahnen ausbilden können. Weitergehende Anfordeungen beispielsweise an die Prüfwasserzusammensetzung sind nicht nötig.

Aufgrund der im Forschungsvorhaben gewonnenen Erkenntnisse wurde der „Wassertest“ zwischenzeitlich als ergänzende Methode zur sicheren Feststellung von Fehlstellen in Epoxidharz-beschichteten Stahlbehältern im Wasserwerk in das DVGW Arbeitsblatt W 628 in Form eines Beiblattes aufgenommen.

 

Veröffentlichungen:

Turković, R.; Feinauer, F.: Standardisierung eines Testverfahrens zur bauseitigen Qualitätsbeurteilung der Beschichtungsausführung von Epoxidharz-beschichteten Trinkwasser-Stahlbehältern. DVGW energie|wasser-praxis 02/2018, 22-29 (2018)

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