TZW unterstützt neues One-Health-Projekt in Kambodscha

Schematische Darstellung der Zusammenarbeit und Verzahnung der Projektpartner (KI generiert)

Schematische Darstellung der Zusammenarbeit und Verzahnung der Projektpartner (KI generiert)

Auftaktveranstaltung des Projekts OH4CAM in Kambodscha mit der feierlichen Vertragsunterzeichnung durch deutsche und kambodschanische Projektpartner.

Auftaktveranstaltung des Projekts OH4CAM in Kambodscha mit der feierlichen Vertragsunterzeichnung durch deutsche und kambodschanische Projektpartner.

Im neuen Projekt OH4CAM – One Health for Cambodia – kooperiert das TZW mit dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei der Stärkung der nationalen One-Health-Strukturen in Kambodscha. Ziel ist die Prävention, frühzeitige Erkennung und Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen, zoonotischen Erkrankungen und neu auftretenden Infektionskrankheiten. Das Projekt wird im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert und in enger Zusammenarbeit mit den kambodschanischen Ministerien umgesetzt.

Die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zählt zu den drängendsten globalen Gesundheitsherausforderungen unserer Zeit. Wenn krankheitserregende Bakterien nicht mehr auf Antibiotika ansprechen, werden Infektionen zunehmend schwerer behandelbar. Dadurch steigen die Risiken für schwere Krankheitsverläufe, längere Krankheitsdauern und eine erhöhte Sterblichkeit. Die Umwelt spielt eine zentrale Rolle bei der Verbreitung und dem Monitoring von Antibiotikaresistenzen. Antibiotikaresistente Bakterien, Resistenzgene und Antibiotikarückstände gelangen beispielsweise über kommunales Abwasser, Krankenhausabwässer, Tierhaltung und landwirtschaftliche Abflüsse in die Umwelt. Das Umweltmonitoring stellt daher einen wichtigen Baustein dar, um relevante Verbreitungswege zu identifizieren und die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen besser zu verstehen.

Die Human-, Tier- und Umweltgesundheit sind eng miteinander verknüpft, und Antibiotikaresistenzen können auf verschiedenen Wegen zwischen diesen Bereichen zirkulieren. Der One-Health-Ansatz führt diese Perspektiven zusammen und fördert eine koordinierte Überwachung, Prävention und Reaktion an den Schnittstellen von Humanmedizin, Veterinärmedizin und dem Monitoring von Wasser- und Bodenproben.

Eine One-Health-Perspektive ist auch für den Umgang mit zoonotischen Erkrankungen und neu auftretenden Infektionskrankheiten von großer Bedeutung. Faktoren wie Klimawandel, Landnutzungsänderungen und menschliche Mobilität können deren Ausbreitung begünstigen. Ein koordiniertes Monitoring und ein sektorenübergreifender Datenaustausch sind daher entscheidend, um Frühwarnsignale zu erkennen, Risiken zu bewerten und wirksame Präventionsmaßnahmen umzusetzen.

Das TZW bringt umfangreiche Expertise in den Bereichen Umweltmikrobiologie, Wasserqualität, molekularbiologischer Diagnostik und umweltbezogener Surveillance ein. Seit mehr als 20 Jahren befasst sich das TZW mit dem Nachweis und der Charakterisierung antibiotikaresistenter Bakterien und Resistenzgene in aquatischen Umgebungen, Abwasser und weiteren Umweltmatrices. Die Arbeiten umfassen die Methodenentwicklung und -validierung, Qualitätssicherung, Datenauswertung und Risikobewertung. Darüber hinaus verfügt das TZW über umfassende Erfahrung im abwasserbasierten Monitoring viraler Krankheitserreger und von Antibiotikaresistenzen – ein Ansatz, der für die gesundheitsbezogene Überwachung zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Im Rahmen von OH4CAM unterstützt das TZW den Aufbau umweltbezogener Monitoringkapazitäten in Kambodscha und – gemeinsam mit dem RKI (Humanmedizin) und dem FLI (Tiermedizin) – die Zusammenführung und sektorenübergreifende Nutzung der Daten. Kapazitätsaufbau und Wissenstransfer sind zentrale Bestandteile des Projekts. Das TZW organisiert Schulungen und Trainingsaktivitäten in Kambodscha und Deutschland, unter anderem zu den Themen qualifizierte Probenahme, Biosicherheit, Analytik von verschiedene mikrobiologische Parameter inklusive Indikatorbakterien, Pathogene und Antibiotikaresistenzen und Datenauswertung.

Ziel ist es nicht nur, analytische Methoden zu etablieren, sondern auch nachhaltige Strukturen zu schaffen, die kambodschanische Partnerinstitutionen in die Lage versetzen, belastbare umweltbezogene Gesundheitsdaten (Environmental-Health-Daten) zu generieren und für evidenzbasierte Entscheidungen zu nutzen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium und weiteren nationalen Akteurinnen und Akteuren stellt sicher, dass die Aktivitäten an den lokalen Bedarfen ausgerichtet und in den übergeordneten One-Health-Rahmen eingebettet sind.

Durch die Zusammenarbeit mit dem RKI, dem FLI und den kambodschanischen Partnerinstitutionen bündelt OH4CAM komplementäre Expertise aus den Bereichen Human-, Tier- und Umweltgesundheit. Das Konzept zielt darauf ab, durch koordiniertes und sektorenübergreifendes Handeln einen nachhaltigen Gesundheitsschutz zu fördern. Mit seinen Beiträgen im Bereich des Umweltmonitorings und beim Aufbau von Laborkapazitäten unterstützt das TZW Kambodscha beim nachhaltigen Aufbau langfristiger Kapazitäten für ein ganzheitliches und innovatives One-Health-System.

Weitere Details zum Projekt: OH4CAM – One Health for Cambodia

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