Bisphenol A und Nonylphenol Studie

Aufgrund einer fehlenden Datenbasis kann nicht abgeschätzt werden, ob mit Einführung von Parameterwerten für BPA und NP die Trinkwasserversorgung in Deutschland vor eine Herausforderung gestellt wird. Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, eine aussagekräftige Anzahl von Trinkwasserproben von Versorgungsunternehmen auf BPA und NP zu analysieren, um Informationen über die Belastung des Trinkwassers in Deutschland zu erhalten.

Im Vorschlag der Europäischen Kommission zur Überarbeitung der Trinkwasserrichtlinie vom 01.02.2018 ist für Bisphenol A (BPA) ein einzuhaltender Parameterwert von 0,1 µg/L und Nonylphenol (NP) von 0,3 µg/L im Trinkwasser vorgesehen. Bisphenol A (BPA) und Nonylphenol (NP) sind aktuell keine geforderten Parameter der Trinkwasserverordnung. Daher existiert keine Datenbasis, anhand derer abgeschätzt werden könnte, ob mit Einführung dieser Parameterwerte die Trinkwasserversorgung in Deutschland vor eine Herausforderung gestellt wird.

Fakt ist jedoch, dass sich in Gewässern relevante Konzentrationen an BPA und NP nachweisen lassen. So lag beispielsweise das Maximum der BPA-Konzentrationen an der Ruhr am Pegel Wetter bei einem Jahresdurchschnittswert von 0,028 µg/L mit einem maximalen Einzelwert von 0,12 µg/L (Ruhrgütebericht 2015). Verantwortlich für den Eintrag von BPA in Oberflächengewässer sind vor allem Abläufe aus kommunalen Kläranlagen sowie der Eintrag durch die BPA-verarbeitende Industrie.

Ebenso kann BPA durch BPA-haltige Materialien wie Polycarbonate oder Epoxidharzbeschichtungen in Produkten für den Trinkwassereinsatz an das Trinkwasser abgegeben werden. Zwar ist die BPA-Abgabe im Rahmen von Hygieneprüfungen nach den Leitlinien des Umweltbundesamts begrenzt, jedoch liegt der aktuelle Prüfwert mit 2,5 µg/L deutlich über dem in der Trinkwasserrichtlinie geplanten Parameterwert von 0,1 µg/L.

Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, eine aussagekräftige Anzahl von Trinkwasserproben von Versorgungsunternehmen auf BPA und NP zu analysieren, um Informationen über die Belastung des Trinkwassers in Deutschland mit Bisphenol A zu erhalten und um eine flächendeckende Belastung des Trinkwassers oberhalb des von der Kommission geplanten Parameterwerts auszuschließen. Darüber hinaus sollen in relevanten Einzelfällen die BPA und NPA-Gehalte entlang der Kette Rohwasser – Aufbereitung – Speicherung – Verteilung geprüft werden.

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