Internationales Netzwerk gemeinsam gegen „Ewigkeitschemikalien“ (PFASnet)

Internationales Netzwerk für nachhaltige Strategien zum Schutz von Umwelt und menschlicher Gesundheit vor PFAS

PFASnet vernetzt Expertise für den Umgang mit PFAS-Belastungen. (Bild: Shutterstock)

PFASnet vernetzt Expertise für den Umgang mit PFAS-Belastungen. (Bild: Shutterstock)

TZW leitet PFASnet: Über 40 Länder entwickeln gemeinsam Tools und Strategien für ein wirksames Management von PFAS-Kontaminationen.

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine Stoffgruppe, die Tausende von Einzelsubstanzen umfasst und sich durch einzigartige und hoch geschätzte Eigenschaften auszeichnet, wie etwa ihre Beständigkeit gegenüber extremen Temperaturen sowie ihre Wasser- und Fettabweisung. Allerdings bauen sich PFAS in der Umwelt nicht ab, können im Wasserkreislauf zirkulieren, sich in Organismen anreichern und toxische Wirkungen entfalten. Sie werden daher als „Ewigkeitschemikalien“ („forever chemicals“) bezeichnet. Das Netzwerk PFASnet widmet sich der Herausforderung des praktischen Umgangs mit PFAS, um Umwelt und menschliche Gesundheit zu schützen, und berücksichtigt dabei sowohl präventive als auch reaktive Strategien.

PFASnet bringt ein multidisziplinäres Team zusammen, um Wissenslücken in Bezug auf soziale Daten, Monitoring- und Analysemethoden sowie Sanierungstechniken zu schließen. Obwohl ein großer Teil der Bevölkerung im Alltag PFAS ausgesetzt ist, variiert das Bewusstsein für PFAS je nach Region erheblich. Durch die Bereitstellung von Informationen zur Steigerung des Bewusstseins sowie durch die Berücksichtigung der Risikowahrnehmung der Bevölkerung und der Frage, wie Kennzeichnungen zur informierten Entscheidungsfindung beitragen können, unterstützt PFASnet eine Reduzierung von PFAS an der Quelle.

Für PFAS in verschiedenen Umweltmedien stehen mehrere analytische Methoden zur Verfügung, deren Verfügbarkeit jedoch zwischen den europäischen Ländern unterschiedlich ist. PFASnet wird zu mehr Chancengleichheit beitragen, sodass alle Länder gesetzliche Anforderungen erfüllen und gleichzeitig bessere Monitoringkampagnen durchführen können. Aktuelle Sanierungstechniken für PFAS in Trinkwasser und Klärschlamm reichen von bewährten Verfahren im Feldmaßstab bis hin zu hochinnovativen Laboransätzen. PFASnet wird dazu beitragen, diese Lücke zu schließen und die jeweils optimalen Methoden für unterschiedliche geoökonomische Rahmenbedingungen zu identifizieren.

PFASnet ist eine von 80 neuen COST-Aktionen, die im Jahr 2026 gefördert werden. Eine COST-Aktion ist ein interdisziplinäres Forschungsnetzwerk, das Forschende und Innovatoren für die Dauer von vier Jahren zusammenbringt, um ein selbst gewähltes Thema zu bearbeiten. COST-Aktionen bestehen typischerweise aus Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), öffentlichen Institutionen sowie weiteren relevanten Organisationen oder Interessengruppen. Im Unterschied zu vielen anderen EU-geförderten Projekten ist es möglich, einer COST-Aktion auch nach ihrem Start beizutreten und aktiv am Netzwerk teilzunehmen – diese Möglichkeit besteht während der gesamten Laufzeit der Aktion.

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