Mikrobielle Belastung von Wasserzählern

Wasserzähler mit unterschiedlichen Gehäusematerialien

Bereits im Jahr 2010 waren in Einzelfällen mikrobielle Verunreinigungen u. a. mit Pseudomonas aeruginosa bei Wasserzählern festgestellt worden. Im Jahr 2014 wurden bei mehreren Wasserversorgungsunternehmen Verunreinigung fabrikneuer Wasserzähler mit Pseudomonas aeruginosa festgestellt. Dies führte teilweise auch zum Austausch bereits eingebauter Wasserzähler.

Einfluss von Wasserzählern auf die mikrobiologische Beschaffenheit der nachgeschalteten Trinkwasser-Installation

Seit 2010 waren in Einzelfällen mikrobielle Verunreinigungen u. a. mit Pseudomonas aeruginosa bei Verbundwasserzählern festgestellt worden. Es war jedoch unklar, ob diese Verunreinigungen bereits in den neuen Zählern vorhanden waren oder erst durch nicht sachgerechte Bedingungen beim Einbau verursacht wurden. Aufgrund dessen wurde am TZW im Sommer 2014 gemeinsam mit der Zählerprüfstelle der Stadtwerke Karlsruhe ein DVGW-Projekt zur Bestandsaufnahme der mikrobiellen Belastung neuer Wasserzähler begonnen. Es sollte geklärt werden, ob es sich beim Auftreten mikrobiell belasteter Wasserzähler um Einzelfälle oder um ein systematisches Problem handelt.

Für das Projekt wurden neben den Daten aus den Untersuchungen des TZW auch Daten von Wasserzähleruntersuchungen anderer Labore von Wasserversorgungsunternehmen für eine Bestandsaufnahme ausgewertet.

Bis zum Jahresende 2014 wurden insgesamt rund 2700 mikrobiologische Untersuchungen von Wasserzählern auf Pseudomonas aeruginosa durchgeführt bzw. ausgewertet. Rund 23% der untersuchten fabrikneuen Wasserzähler aus den Lagern der Wasserversorgungsunternehmen wiesen Belastungen mit Pseudomonas aeruginosa auf.

Es war hierbei von einer Verunreinigung bei der Prüfung / Eichung auf den Prüfständen auszugehen. Die Hersteller bzw. Prüfinstitute ergriffen in der Folge entsprechende Maßnahmen, so dass seit Anfang 2015 die Befundraten deutlich zurückgingen. Bei den Daten bis Ende 2014 zeigte sich ein deutlicher Unterschied der Befundraten zwischen Zählern mit Metallgehäuse und solchen mit Kunststoffgehäuse. Während bei ersteren nur 14% Belastungen mit Pseudomonas aeruginosa aufwiesen, lag die Rate an Positivbefunden bei den Kunststoffzählern im Mittel bei 50%. Auch die Höhe der Kontamination war bei den Wasserzählern mit Kunststoffgehäuse deutlich höher.

Die Befunde machen deutlich, dass es sich bei den Verunreinigungen von Wasserzählern mit Pseudomonas aeruginosa um ein systematisches Problem handelte, das durch entsprechende Maßnahmen an den Prüfständen behoben werden muss.

Eine vergleichbare mikrobielle Belastung kann auch bei anderen fabrikneuen Produkten relevant sein, sofern diese nass geprüft oder geeicht werden. Insbesondere in sensiblen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Seniorenheimen oder Kinderkrippen sollte daher vor dem Einbau neuer Wasserzähler oder anderer Produkte sichergestellt sein, dass diese nicht durch Pseudomonas aeruginosa verunreinigt sind.

Veröffentlichungen

Hambsch, B., Hügler, M., Schönthal, M., Kempf, T., Maier, M.: Bestandsaufnahme der mikrobiellen Belastung in Wasserzählern. DVGW energie/wasser praxis 67, Nr.5, S. 84-91 (2016)

Hambsch, B., Hügler, M., Schönthal, M., Kempf, T., Maier, M.: Mikrobielle Belastung in Wasserzählern. Aqua & Gas, Nr.5, S. 22-28 (2016)

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