Digitale Resilienz-Tools für die Trinkwasserversorgung (ResilVerbund)

ResilVerbund entwickelt digitale Werkzeuge für widerstandsfähige Trinkwasser-Verbundsysteme. Prognosen, Simulationen und ein zentrales Datenportal stärken die Versorgungssicherheit und unterstützen eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung.

Die Auswirkungen des Klimawandels stellen die öffentliche Trinkwasserversorgung zunehmend vor neue Herausforderungen. Heiße und trockene Sommer können zu sinkenden Grundwasserspiegeln und geringeren Quellschüttungen führen; zugleich nehmen Phasen mit Starkniederschlägen zu. Dadurch wächst der Bedarf, regionale Versorgungsstrukturen und überregionale Verbundsysteme vorausschauend zu planen, bei Engpässen flexibel zu nutzen und in ihrer Stabilität systematisch zu bewerten.

Das Verbundprojekt ResilVerbund untersucht am Beispiel der Bodenseewasserversorgung, wie Verbundsysteme dauerhaft oder in Notsituationen zur Versorgungssicherheit beitragen können. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der Trinkwasserversorgung zu stärken und die Stabilität eines gesamten Verbundsystems erstmals systematisch bewertbar und gezielt verbesserbar zu machen. Dafür entwickeln die Projektbeteiligten digitale Resilienz-Tools, neue Kooperationsmodelle und ein verbessertes Monitoring.

Kernstück ist ein verbundübergreifendes Wissens- und Datenportal. Es soll den Austausch von Messdaten, Prognosen und Simulationsergebnissen über standardisierte digitale Schnittstellen ermöglichen, Daten übersichtlich visualisieren und Fachwissen sowie Dokumente zentral bündeln. Ergänzend werden Modelle für Wasserbedarfsprognosen im Einzugsgebiet der Bodenseewasserversorgung erstellt. Diese Prognosen sollen verschiedene Zeithorizonte abdecken – von der kurzfristigen Einsatz- und Versorgungsplanung bis zur langfristigen strategischen Anpassung der Infrastruktur.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau eines hydraulischen Verbundsimulationsmodells, das kommunale Netze, regionale Transportsysteme und Querverbünde gemeinsam abbildet. Damit wird sichtbar, wo Reserven im Gesamtsystem vorhanden sind und wo potenzielle Engpässe entstehen können. Aus den Simulationen werden technische Kennzahlen abgeleitet, die in eine neuartige Resilienzampel einfließen. Diese soll den Systemzustand verständlich anzeigen und Entscheidungen über geeignete Gegenmaßnahmen unterstützen.

Die entwickelten Werkzeuge werden bei der Bodenseewasserversorgung angewendet und erprobt. Durch den Praxiseinsatz in einem großen Fernwasserversorgungssystem entstehen Lösungen, die auch auf andere Verbundnetzbetreibende übertragbar sind. Da das Datenportal auf frei verfügbarer Software konzipiert ist, soll es einfach nutzbar und kostengünstig durch Betreiber eingerichtet werden können. So leistet ResilVerbund einen Beitrag dazu, die Wasserversorgung in Deutschland klimafest, digital unterstützt und kooperativ weiterzuentwickeln.

Zurück