Entwicklung von Spitzenverbrauch und Spitzenfaktoren

Jahresverlauf der Wasserabgabe eines städtischen Versorgungsgebietes

Die Grundlage zur Auslegung von Trinkwasserversorgungsanlagen ist eine detaillierte Betrachtung der Entwicklung des Spitzenverbrauchs und der Spitzenfaktoren über einen langen Zeitraum. Das DVGW Forschungsvorhaben Spitzenverbrauch befasst sich mit der Aufarbeitung von Datenreihen zum Spitzenverbrauch von > 30 Wasserversorgungsunternehmen, um Zusammenhänge zu Demografie, Klima, Region und wirtschaftlicher Entwicklung sowie Handlungsempfehlungen für die Regelwerksarbeit abzuleiten.

Anlagen zur Trinkwasserversorgung werden auf Basis entsprechender Kennwerte ausgelegt, um eine durchgehende Versorgung mit Trinkwasser hoher Qualität, ausreichender Menge und ausreichendem Druck zu gewährleisten. Darüber hinaus sind bei der Bemessung wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. Für die Bemessung von Anlagen sind der Spitzenverbrauch bzw. die Spitzenfaktoren relevant (DVGW W 410). Diese werden maßgeblich durch die Struktur des Versorgungsgebietes und dem Verbrauchsverhalten der Abnehmer bestimmt, welches in vielen Fällen deutlich durch das Wetter beeinflusst ist. Im Gegensatz zum durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch sind für die auslegungsrelevanten Parameter Spitzenverbrauch und Spitzenfaktoren bisher keine umfassenden Langzeitbetrachtungen durchgeführt worden, die allgemeingültige Aussagen ermöglichen. Schwerpunkt des Arbeitsprogramms bildet die detaillierte Untersuchung von Langzeitdatenreihen von > 30 Wasserversorgungsunternehmen zum Wasserverbrauch. Insbesondere die demografische Situation, Klima- und Wetterveränderungen sowie die Zusammensetzung der Abnehmerstruktur (Industrie, Haushalte, Landwirtschaft) ist zu berücksichtigen. Einbezogen werden Wasserversorger aus unterschiedlichen Regionen in Deutschland verschiedener Größe und Versorgungsstruktur. Gesamtziel des Forschungsprojektes ist die Anpassung der Kennwerte für die Planung, wobei methodisch eine individuelle Differenzierung und eine bessere Einbeziehung neuer Aspekte wie Klimawandel und Demografie berücksichtigt werden sollen.

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